Praktikumsbericht von Laura Miczka

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Im März bekam ich die Chance, Burkhard Lischka drei Wochen lang zu begleiten und seinen Alltag als Berufspolitiker kennenzulernen. Für die Möglichkeit, den Politikbetrieb vor Ort, hier in Berlin im Bundestag, mitzuerleben und Teil dessen zu sein, bin ich sehr dankbar. Bereits im Sommer vergangenen Jahres verbrachte ich vier Wochen im Wahlkreisbüro in Magdeburg an der Seite von Burkhard Lischka.

Mit den Erinnerungen aus dem Ernst-Reuter-Haus im Hinterkopf waren die Erwartungen am ersten Tag enorm. Den Bundestag als solchen kannte ich bereits aus Führungen, doch in den folgenden drei Wochen war er mein Arbeitsort. Der Ort, an dem man Politiker und Politikerinnen aller Fraktionen des Parlaments auf dem Gang oder beim täglichen Mittagsessen trifft. Ihnen so zu begegnen, begeistert mich als Studentin der Politikwissenschaft auch noch heute, am letzten Tag meines Praktikums.

Eines bleibt mir ganz besonders in Erinnerung: die Unterzeichnung des Koalitionsvertrages. Ein Teil der deutschen Geschichte, an dem ich Teil haben konnte. Nicht nur der Kanzlerin, sondern auch den Führungspersönlichkeiten der SPD, Andrea Nahles und Olaf Scholz, in diesem Augenblick so nahe zu sein, war ein aufregendes Gefühl.

Doch sieht man in den Hallen und Gängen des Bundestages nicht nur die Spitzenpolitiker und -Politikerinnen des Landes, man kann an den Wänden vor allem eines betrachten: Kunst. Und von der gibt es eine Vielzahl. In regelmäßigen Abständen stellen Künstler ihre zeitgenössischen Werke im Bundestag aus. Außerdem ist der Bundestag seit 1969 im Besitz einer eigenen Kunstsammlung, die Jahr um Jahr durch Ankäufe erweitert wird. All diese Eindrücke faszinierten mich Tag für Tag aufs Neue.

Wie auch schon in Magdeburg gehörten zu meinen Aufgaben vor allem die Recherche und Lektüre, beispielsweise zur rechtsextremistischen Partei „Der III. Weg“ als Vorbereitung für den Innenausschuss. Aber auch die Beantwortung von Bürgeranfragen, wie zum Beispiel zu den Themen Clans und organisierte Kriminalität in Berlin oder zu den Möglichkeiten der finanziellen Förderung von Sportstätten in Sachsen-Anhalt, gehörte zu meinem Tätigkeitsbereich.

Doch eins schätze ich an diesem Praktikum ganz besonders: Dass mir sowohl Burkhard Lischka als auch die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in seinem Büro immer wieder die Möglichkeit gaben, an so vielen politischen Veranstaltungen und verschiedenen Sitzungen im Bundestag teilzunehmen. So konnte ich mehrfach das Plenum besuchen, als beispielweise die neue Bundesregierung den Antrag „Einsatz bewaffneter deutscher Streitkräfte zur nachhaltigen Bekämpfung des IS-Terrors und zur umfassenden Stabilisierung des Irak“ vorbrachte, als in den Haushaltsdebatten zu den verschiedenen Themenbereichen diskutiert wurde, aber auch als die Bundeskanzlerin ihre Regierungserklärung vortrug. Gemeinsam mit Burkhard Lischka und seinem wissenschaftlichen Mitarbeiter Hendrik besuchte ich die AG Inneres und mit Ines, seiner Sekretärin, auch die Fraktionssitzung. Zudem konnte an verschiedenen parteiinternen Veranstaltungen teilnehmen, so beispielsweise am „Brexit-Gespräch“ mit dem britischen Botschafter oder an der Verleihung des Otto-Wels-Preises für Demokratie mit vorangegangener Diskussion zur Stärkung der sozialen Demokratie mit der Fraktionsvorsitzenden Andrea Nahles auf dem Podium.

Vielen Dank an Burkhard und seine Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in Berlin und auch in Magdeburg, die mich von Anfang an unterstützt und kollegial in ihr Team aufgenommen haben. Ein Praktikum in den beiden Büros kann ich nur jedem empfehlen, der neben dem Unialltag auch mal einen spannenden Einblick in die Praxis erlangen möchte.