Lischka und Pähle hören zu – Im Dialog mit freiwillig Engagierten

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Lischka und Pähle hören zu – Im Dialog mit freiwillig EngagiertenIm Familienhaus Magdeburg hatten am 11. August 2016 der SPD-Landesvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Burkhard Lischka zusammen mit der Vorsitzenden der SPD-Landtagsfraktion in Sachsen-Anhalt, Dr. Katja Pähle, zu einer Dialog-Veranstaltung mit ehrenamtlich engagierten Bürgerinnen und Bürgern – den Helden des Alltags – geladen. Dabei wich das Format von klassischen politischen Veranstaltungen ab, da die Gäste das Wort hatten um ihre Erfahrungen, Probleme und Kritiken, aber auch Positives aus ihrer ehrenamtlichen Arbeit zu berichten. Der Einladung waren etwa 70 Vertreter aus den unterschiedlichsten Bereichen der ehrenamtlichen Arbeit gefolgt, wie der Kinder- und Jugendhilfe, Freiwillige Feuerwehr, Technisches Hilfswerk und Katastrophenschutz, Kranken- und Altenpflege, Behindertenverbände, Sportvereine, Bürgerinitiativen und Heimatvereine, Flüchtlingshilfe, Umweltverbände u.v.m.

Lischka und Pähle hören zu – Im Dialog mit freiwillig EngagiertenSo differenziert die Bereiche ehrenamtlicher Tätigkeiten sind, so vielfältig sind auch die Anliegen. Während der Sportverein Roter Stern Sudenburg die hohen finanziellen Belastungen des Vereins und die Beteiligung bei Investitionen an kommunalem Eigentum beklagt, so werden vom Seniorenbeirat finanzielle Entlastung und Aufwandsentschädigungen der Ehrenamtlichen gefordert. Beispielsweise durch die Einführung einer Ehrenamtskarte, die Vergünstigungen beim ÖPNV und diversen Kultureinrichtungen ermöglicht. Bei Vitanas kümmern sich derzeit etwa 15 Ehrenamtliche um beispielsweise die Freizeitgestaltung von Senioren, wobei der Bedarf wesentlich höher ist, weshalb dringend weitere ehrenamtliche Helfer gesucht werden. Wünschenswert sind hierbei Kooperationen mit Fach- und Hochschulen, um jungen Menschen diese Tätigkeiten näher zu bringen. Burkhard Lischka versprach daraufhin einen gemeinsamen Termin mit der Fachhochschule zu organisieren und auch selbst einen Tag aktiv mitzuhelfen. In der Flüchtlingshilfe würden besonders die bürokratischen Hürden und fehlende Ansprechpartner bzw. intransparente Zuständigkeiten die Arbeit unnötig erschweren, so die Vertreterin vom Netzwerk Leben. Auch kam der Hinweis, dass eine Integration über den Sport von enormer Bedeutung ist, dafür aber Übernahmeerklärungen der Vereinskosten geregelt sein müssen. Von der UNICEF-AG Magdeburg kam der Rat, dass bestehende Strukturen besser genutzt werden sollten und dass man bei seinem Engagement auch nicht die Kinder vergisst, die nicht direkt vor Ort sind. Bei der Kinder- und Jugendarbeit beklagte ebenfalls die Freiwillige Feuerwehr Diesdorf völlig überzogene Bürokratie und sieht hier großen Handlungsbedarf. Auch eine Bevorzugung von ehrenamtlichen Helfern wird vermisst. Herr Lischka lud daraufhin alle Kinder der FFW Diesdorf zu einem gemeinsamen Tag auf der Magdeburger Herbstmesse ein und der Campingverein bat ihnen ein kostenfreies Wochenende am Barleber See an, was dankend angenommen wurde. Lob kam von der Telefonseelsorge, dass seitens der SPD immer mit Unterstützung für ehrenamtliche Tätigkeiten zu rechnen ist. Burkhard Lischka betonte wie anspruchsvoll dieses Ehrenamt ist und dass man davor nur den „Hut ziehen“ kann. Große Einigkeit bestand zischen den Freiwilligen Feuerwehren und dem Technischen Hilfswerk, die seit der Abschaffung der Wehrpflicht besonders die Zivil- und Ersatzdienstleistenden vermissen. Bufdis (Bundesfreiwilligendienst) wären kein adäquater Ersatz. Auch die Bürgerinitiative Neu-Olvenstedt meldete sich und kämpft für den Erhalt des Bürgerbüros West, um eine weitere Abstufung des Viertels zu verhindern und insbesondere älteren Menschen lange Wege ins Stadtzentrum zu ersparen. Lischka unterstützt die Arbeit der Bürgerinitiative und erläuterte, dass die SPD-Stadtratsfraktion in Magdeburg zurzeit an einem Antrag zum Erhalt des Bürgerbüros arbeitet, der demnächst in den Stadtrat eingeht.

Aus diesen und vielen weiteren Anregungen der „Helden des Alltags“ nahmen die beiden Politiker viel für die kommende politische Arbeit mit, bedankten sich bei allen für ihr Engagement und betonten noch einmal, dass das Ehrenamt eine unverzichtbare gesellschaftliche Stütze ist, aber nie als Lückenbüßer für nicht wahrgenommene staatliche Verantwortung dienen darf. Ehrenämter müssen gefördert und anerkannt, Bürokratie abgebaut und Nachwuchs akquiriert werden.