Praktikumsbericht von Judith Stahl

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Judith Stahl und Burkhard LischkaNach sechs Semestern Theorie im Jurastudium wollte ich endlich auch mal praktisch miterleben wie ein Gesetz auf den Weg gebracht wird und welche Stationen es durchläuft. Aus diesem Grund habe ich mich bei Burkhard Lischka – dem Sprecher für Recht und Verbraucherschutz der SPD-Bundestagsfraktion – um ein Praktikum beworben und habe mich sehr über die Zusage gefreut. Motiviert und zugleich sehr gespannt, welche Aufgaben mich erwarten, habe ich mich dann auf den Weg nach Berlin gemacht.

Am meinem ersten Arbeitstag bekam ich zunächst einmal einen Hausausweis und konnte mich von nun ab frei in den Gebäuden bewegen. Nach einer kurzen Führung durch die verwinkelten unterirdischen Gänge des Bundestages ging es dann auch schon gleich los. Die Büroarbeit stellte sich als spannend und sehr abwechslungsreich dar. Ich konnte bei der Vorbereitung der Veranstaltungsreihe „Lischka trifft…“ durch Recherche und das Erstellen von Fragenkatalogen mithelfen. Durch die Beantwortung von Bürgeranfragen zu den verschiedensten Themenbereichen merkte ich, wie umfangreich und vielseitig die Arbeit in einem Abgeordnetenbüro ist. Darüber hinaus hatte ich die Möglichkeit, die Mitarbeiter von Herrn Lischka, Frau Jurat und Herrn Geiger, zu mehreren Terminen außerhalb des Bundestages zu begleiten. So besuchten wir beispielsweise ein Informationsfrühstück des Hilfsbündnisses „Aktion Deutschland hilft“, bei dem uns über den Einsatz von Hilfsorganisationen in Katastrophengebieten berichtet wurde. Auch über das so genannte Scoring-Verfahren der SCHUFA lernte ich bei einem Workshop einiges dazu.

Besonders interessant war es für mich, die Arbeit der Arbeitsgruppe Recht und Verbraucherschutz kennen zu lernen. Auch hier kam ich durch kleinere Zuarbeiten mit den verschiedensten Rechtsgebieten in Berührung. Ich erstellte zum Beispiel eine Tabelle mit den Kritikpunkten der verschiedenen Parteien zum Gesetzentwurf über die Mietpreisbremse oder recherchierte zu Themen, wie der Implementierung des Verbrechens der Aggressionen in das deutsche Recht.

In meiner zweiten Praktikumswoche füllten sich die Gänge und es herrschte überall ein hektisches Treiben, denn es war Sitzungswoche. In dieser Woche konnte ich die Arbeitsweise des Parlaments kennenlernen. Los ging es am Montag im kleinen Kreis bei der Bürorunde. Danach tagte die Arbeitsgruppe Recht und Verbraucherschutz der SPD-Fraktion, in der parteiintern über die Gesetzentwürfe diskutiert wurde, welche am nächsten Tag dann schon in der Ausschusssitzung besprochen wurden. Erst nach sehr viel Vorarbeit in diesen Gremien landet der Gesetzentwurf dann überhaupt erst zur Abstimmung im Plenum. Wenn ich dann am Abend die Tagesschau einschaltete, wurde über das berichtet, was ich bereits am Tag live miterlebt hatte. In diesem Zusammenhang fand ich es toll, wie durch diese Erfahrungen Politik greifbar für mich wurde.

Gespräche und Diskussionen mit Abgeordneten, Besuche von Ministerien, Botschaften und anderer Institutionen im Rahmen des Praktikantenprogramms der SPD-Bundestagsfraktion rundeten das Praktikum ab. Hervorheben möchte ich das Modul zum „Transatlantischen Freihandelsabkommen zwischen den USA und Europa“ (TTIP). Bei mehreren Gesprächen mit Vertreterinnen und Vertretern der Hans-Böckler-Stiftung, der Vertretung der EU-Kommission in Berlin sowie dem Auswärtigen Amt wurde das Abkommen aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet. Auf Grundlage des so gesammelten umfangreichen und profunden Wissen über das Abkommen konnte sich jeder Teilnehmende seine eigene Meinung bilden.

Ich danke Burkhard Lischka, Nicolas Geiger, Ines Jurat und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der AG Recht und Verbraucherschutz dafür, dass sie mich so freundlich für vier Wochen in ihr Team aufgenommen haben und mir somit ein rundum gelungenes Praktikum ermöglicht haben.