Rückblick: Veranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung – Wohin steuert Afghanistan?“

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5. Mai 2011 - Veranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung - Wohin steuert Afghanistan?“ - v.l.n.r.: Robert Lindner, Burkhard Lischka, Prof. Dr. Rahman Ashraf (afghanischer Botschafter), Björn KulpAuf Einladung der Friedrich-Ebert-Stiftung diskutierte Burkhard Lischka am 05. Mai 2011 im Maritim Hotel Magdeburg mit Afghanistans Botschafter Prof. Dr. Rahman Ashraf, dem Konfliktforscher Prof. Dr. Michael Daxner und Robert Lindner, Mittarbeiter beim Verband Entwicklungspolitik deutscher Nichtregierungsorganisationen.

Vor allem die nachhaltige Stabilisierung des politischen Systems und der wirtschaftliche Aufbau in Afghanistan, sowie die Erwartungshaltung der Afghanen gegenüber Deutschland standen im Mittelpunkt der Diskussion. Vieles hat sich in den letzten Jahren verbessert – zufriedenstellend ist die Situation Afghanistan keineswegs. Der zivile Aufbau, und damit verbunden auch die Etablierung neuer Strukturen wie z.B. der Polizei, verläuft langsamer als geplant.

Botschafter Prof. Dr. Ashraf bat um Geduld angesichts des langwierigen Demokratisierungsprozesses in Afghanistan. 23 Jahre Bürgerkrieg und Taliban-Herrschaft können nicht kurzfristig überwunden werden. Deshalb gibt es keine einfache und keine rasche Lösung. Afghanistan benötigt weiterhin Hilfe, um eine Stabilisierung und den Wiederaufbau des Landes erreichen zu können. Teil des deutschen Engagement muss es sein, in den Nachbarstaaten Afghanistans Kooperationspartner zu identifizieren und kooperative Partnerschaften zu stärken, die den Wiederaufbauprozess mit vorantreiben.

Viele Hoffnungen, die weite Teile der afghanischen Bevölkerung mit dem Beginn des Einsatzes verknüpft hatten, wurden enttäuscht. Ohne die Unterstützung und den Rückhalt in der afghanischen Bevölkerung kann die Etablierung tragfähiger Strukturen nicht erfolgreich sein. Dabei brauchen wir eine Evaluation und fachkundige Analyse unseres Einsatzes in Afghanistan, den die Bundesregierung bisher jedoch verweigert hat. Das bedeutet auch, dass wir mit der Übergabe der Sicherheitsverantwortung an die Afghanen bis zum Jahr 2014 ernst machen müssen.