Burkhard Lischka zum Atomausstieg im BUNDmagazin

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Deutschland hat eine Zukunft ohne Atomkraft. Zumindest ist sie schon beschlossen. In den nächsten fünf Jahren sollen acht Alt- Meiler vom Netz gehen. Bis zum Jahr 2022 soll der letzte der jetzt noch 17 aktiven deutschen Reaktoren abgeschaltet werden. Dieser im Jahr 2001von der rot-grünen Bundesregierung durchgesetzte Ausstiegsplan steht bei der Bundestagswahl am 27. September zur Abstimmung. Union und FDP wollen diesen Fahrplan stoppen und die Laufzeiten deutscher Atomkraftwerke verlängern. Bis wann? Ein Datum wird in den Wahlprogrammen von CDU und FDP nicht genannt. Es kann auch der Sanktnimmerleinstag werden.

Um die Gefahren von Kernkraftwerken weiß spätenstens seit der Katastrophe von Tschernobyl jedes Kind. Die neusten schweren Pannen im AKW Krümmel zeigen, wie wichtig ein Atomausstieg ist. Ein alter störanfälliger Reaktor, in dem es ständig knallt und brennt, geführt von einem unzuverlässigen und unfähigen Betreiber – das ist für die Menschen unzumutbar. Und wer Geld in den Erhalt derartiger Reaktoren pumpen will, dem fehlen nicht nur die Mittel für Investitionen in erneuerbare Energien, die hundertausende Arbeitsplätze in Deutschland sichern, sondern der verliert auch den Anschluss an die Technik der Zukunft. Im übrigen gibt es bis heute weltweit kein genehmigtes Endlager für hochradioaktiven Abfall. In einem solchen muss aber der Atommüll mindestens eine Million Jahre sicher aufbewahrt werden.

„Der Atomreaktor Krümmel ist ein Kraftwerk mit Zukunft“, meint gleichwohl der baden-württembergische Ministerpräsident Oettinger. Ich fürchte, er meint das ernst. Meine erste Demonstration, an der ich als Jugendlicher teilnahm, war übrigens gegen eine atomare Wiederaufarbeitungsanlage. Insofern: Auch ich meine es ernst. Mit dem Atomausstieg. Deshalb: Die Wähler haben am 27. September wirklich eine Wahl.